Teil eines Werkes 
5.-8. Bdchn (1845)
Entstehung
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Vor acht Tagen, Majeſtät.

Irgend ein Feind? fragte der König.

Ja, antwortete René,ein Feind, den Eure Majeſtät kennt, und der Eure Majeſtät kennt.

In der That, ſprach Heinrich,ich glaube da⸗ von gehört zu haben, aber ich kenne die einzelnen Umſtände nicht, die mir Euer Freund enthüllen will, wie er ſagt.

Nun wohl, es wurde dem Prinzen von Condé ein wohlriechender Apfel überreicht; zum Glücke befand ſich aber ſein Arzt bei ihm, als man ihn brachte. Er nahm ihn aus den Händen des Boten und roch daran, um den Geruch und die Wirkung deſſelben zu verſuchen. Zwei Tage nachher waren eine brandige Geſchwulſt des Geſichtes, ein Austreten des Blutes, eine ſcharfe Wunde, welche die Haut und das Fleiſch verzehrte, der Lohn ſeiner Ergebenheit oder das Reſultat ſeiner Unklugheit.

Leider habe ich, antwortete Heinrich,bereits Halbkatholik, allen Einfluß auf Herrn von Condé ver⸗ loren. Euer Freund hätte alſo Unrecht, wollte er ſich an mich wenden.

Nicht allein bei dem Prinzen von Condé könnte Euere Majeſtät durch ihren Einfluß meinem Freunde nützlich ſeyn, ſondern auch bei dem Prinzen von Porcian, bei dem Bruder desjenigen, welcher vergiftet worden iſt.

Ei, ei! rief Charlotte,wißt Ihr, Rens, daß Eure Geſchichten ſehr nach dem Furchtſamen riechen? Ihr bittet ſehr zu ungelegener Zeit. Es iſt ſpät; Eure Rede hat den Charakter eines Leichenpredigers. In der That, Eure Parfumerien ſind mehr werth.

Und Charlotte ſtreckte abermals die Hand nach der Dpiatkapſel aus.

Madame, ſagte René,ehe Ihr es verſucht, wie Ihr thun wollt, vernehmt, was für grauſame Wirkungen die Boshaften daraus ziehen können.

Ihr ſeyd offenbar heute Abend ein Leichenredner, René, ſprach die Baronin.

Heinrich runzelte die Stirne, aber er begriff, daß