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„Sire, mein Freund weiß, was er verſpricht: Ihr werbet nicht nur König ſeyn, ſondern auch regieren.““
„Ah!“ verſetzte Heinrich mit ſeinem ſpöttiſchen Tone,„dann braucht Euer Freund zehntauſend Gold⸗
thaler, nicht wahr, René? denn eine ſolche Prophe⸗
zeiung iſt in gegenwärtigen Zeitläuften für den Ehr⸗ geiz ſehr willkommen. Hört, René, da ich nicht reich bin, ſo gebe ich Eurem Freunde fünf ſogleich und fünf weitere, wenn ſich die Prophezeiung verwirklicht hat.“
„Sire,“ ſprach Frau von Sauve,„vergeßt nicht, daß Ihr Euch bereits gegen Dariole verpflichtet habt, und überlaſtet Euch nicht mit Verſprechungen.“
„Madame,“ verſetzte Heinrich,„iſt der Augenblick gekommen, ſo wird man mich hoffentlich als König be⸗ handeln, und jeder wird ſehr zufrieden ſeyn, wenn ich die Hälfte von dem halte, was ich verſprochen habe.“
„Sire,“ ſprach René,„ich fahre fort.“
„Oh, das iſt noch nicht Alles!“ rief Heinrich, „wenn ich Kaiſer bin, gebe ich das Doppelte.“
„Sire, mein Freund kommt alſo von Florenz mit dieſem Horoskop zurück, findet, daſſelbe erneuernd, ſtets dieſelben Reſultate und vertraut mir ein Geheimniß an.“
„Ein Geheimniß, das Seine Majeſtät intereſſirt?“ fragte Charlotte lebhaft.
„Ich glaube,“ erwiederte der Florentiner.
„Er ſucht ſeine Worte,“ dachte Heinrich, ohne René zu unterſtützen; es ſcheint, die Sache iſt ſchwer zu ſagen.“ 5
„Dann ſprecht,“ verſetzte die Baronin von Sauve; „um was handelt es ſich?“
„Es handelt ſich,“ antwortete der Florentiner, alle
ſeine Worte eines nach dem andern abwägend,„es
handelt ſich um die verſchiedenen Vergiftungsgerüchte, ſeit einiger Zeit am Hofe im Umlaufe geweſen nd.
Eine leichte Ausdehnung der Naſenflügel des Königs von Navgrra war die einzige Andeutung ſeiner wachſen⸗


