16
6* niſſe vorherſah, ſo wollte er dieſes Geld nicht an⸗ taſten, ſondern machte einen Reſervefonds daraus. Er fand es weit einfacher, eine außerordentliche Steuer zu erheben, die ſein Volk ihm unter einem dreifachen Vorwand bezahlen ſollte: erſtens wegen ſeiner Thronbeſteigung; zweitens wegen ſeines Krie⸗ ges mit den Lüttichern und drittens wegen ſeiner Vermählung mit Margareth von York.
Die Steuer war übermäßig hoch, aber welche Stadt, ſelbſt Gent nicht ausgenommen, hätte nach dem Fall Lüttichs Widerſtand leiſten ſollen?
Die Vermählung des Herzogs fand endlich in Brügge ſtatt.
Der erhabene Gemahl glaubte, dieß ſei eine gute Gelegenheit, um ſich dem Adel gegenüber als einen eben ſo ſtrengen Richter zu zeigen, wie er es gegen das Volk geweſen war. Er ließ einem jun⸗ gen Edelmann, einem gewiſſen Baſtard de la Ha⸗ maide, Sohn des Johann de la Hamaide, Herrn von Condé, den Kopf abſchlagen.
Der junge Menſch hatte es freilich wohl verdient.
Als er eines Tages beim Ballſpiel einen zwei⸗ felhaften Wurf that, berief er ſich auf einen Dom⸗ herrn, welcher zuſchaute, und dieſer gab ihm Unrecht.
Da beſchwur der Baſtard unter entſetzlichen Flüchen, daß er ſich rächen werde.
Der Domherr entfloh.
Aber als das Spiel zu Ende war, ſchwang ſich der Baſtard, um ſein Wort zu halten, auf ſein Pferd und jagte nach dem Landhaus, das der Geiſtliche bewohnte.—
Er fand hier nur den Bruder des Letzteren.,
——


