Teil eines Werkes 
1. Bd. (1857)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

ier

213

das Blut ausſaugen und ſich unter dem Namen des Fürſten von unſerm Gut mäſten. Der Fürſt weiß freilich Nichts davon, aber wir wollen ihn darüber belehren und ihm ſelbſt die Nachricht bringen.

Gegen fünf Uhr Morgens machte ſich die Menge nach einer durchſchwärmten Nacht auf den Weg nach Gent. Man machte verſchiedene Stationen bei gro⸗ ßen Bierfäſſern, ſo daß die Aufregung bis zum Wahn⸗ ſinn ſtieg.

Ein düſterer Wahnſinn, der ſich bei Biertrinkern kundthut!

Der Herzog hatte Tags zuvor ſeinen Einzug ge⸗ halten und ſo viele Reden anhören müſſen, daß er noch ruhig ſchlief, als die Volksmenge auf dem Marktplatz ankäm.

Hier ſtand unglücklicherweiſe die Bude des Ein⸗ nehmers der Sammlungsſteuer.

Auf dieſe Bude hatte man es hauptſächlich ab⸗ geſehen, wie wenn das Bureau, wo man die Steuer einnahm, die Steuer ſelbſt geweſen wäre: für die Leute vom Volk perſonificirt der materielle Gegen⸗ ſtand beinahe immer die politiſche Sache.

St. Lievin geht Niemand aus dem Weg, riefen einſtimmig die Träger der Reliquie und die Maſſen, die hintendrein zogen.

Und im Nu war die Bude vernichtet, gleich als hätte der Wind vom Himmel darauf geblaſen.

Dann flatterte augenblicklich das Banner der Stadt auf dem Platz, wo die Bude geſtanden hatte.

Und kaum war das Banner der Stadt zum Vorſchein gekommen, ſo tauchten von allen Seiten die Zunft⸗ banner auf, gleich als wüchſen ſie aus der Erde her⸗