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Jungfrau von Orleans. 211
Dieſer aber, gerührt durch Johanna's glaubensvolle Gebete, verlängerte ſeine Vorbereitungen gefliſſentlich um ſie nicht in ihrer Andacht zu ſtören. Unter den Anwe⸗ ſenden vernahm man lautes Weinen und Schluchzen. Als die Rädelsführer dieſes Juſtizmordes ſolche Zeichen der Theilnahme ſahen, fürchteten ſie mehr als je einen Aufſtand und trieben den Scharfrichter dermaßen zur Eile, daß dieſer nicht länger zu widerſtehen vermochte.
Da bemächtigten ſich ihrer die Wachen, ſetzten ihr eine ſpitige Mütze auf's Haupt, worauf geſchrieben ſtand: „Ketzerin, Rückfällige, Abtrünnige und Abgöttiſche“ und ſchleppten ſie nach dem Schafotte hin. Am Fuße des Scheiterhaufens warfen ſie die Jungfrau in die Hände des Scharfrichters und riefen ihm zu:„Verrichte Dein Amt!“ Johanna aber wandte ſich mit der Bitte um: „Verlaßt mich nicht, Vater Martin.“ Und der ehrwür⸗
dige Mann begleitete ſie auf den Scheiterhaufen. Da ſie
ſich wegen ihrer Feſſeln nicht gut bewegen konnte, ſo ward ſie vom Prieſter, vöin Scharfrichter und deſſen Ge⸗ hülfen mehr heraufgehoben dnß ſie ging.
Mitten auf dem Scheiterhaufen ragte ein hoher Pfahl empor, an welchen Johanna gebunden wurde. Sie leiſtete keinen Widerſtund, ſondern rief während der Be⸗ ſchäftigung des Scharfrichters den Umſtehenden mit lauter
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