Jungfran von Orleans.
Es war jetzt zu Anfange des Jahres 1428. Zu die⸗ ſer Zeit ward der Ritter Thomas von Montaigu Graf von Salisburh von den drei Staaten Englands nach Frankreich geſchickt, um dieſes mit Krieg zu überziehen. Dieſen Kriegszug erfuhr der ſeit der Schlacht von Azin⸗ court in Londen gefangen gehaltene Herzog von Or⸗ leans, welchem man die Loskaufung nicht geſtattete, und nahm dem Grafen von Salisburh das Verſpre⸗ chen ab, als biederer Kriegsmann nicht das Land zu über⸗ fallen, welches er(der Herzog) wegen ſeiner Abweſenheit nicht mehr vertheidigen könne; ſobald ſich aber der Graf in Calais ausgeſchifft hatte, brach er ſogleich das gegebene Wort. Nie hatte Frankreich in größerer Noth geſchmachtet.
In ſolcher Zeit der Bedrängniß erhielt Jeannette d'Are ihre himmliſchen Beſuche wieder. Seinem Ver⸗ ſprechen gemäß brachte der Erzengel Michael die heil. Katharina nebſt der heil. Margaretha mit, welche ſich ihr ſelbſt nannten, ihr für die ehrerbietige Folgſam⸗ keit dankten und die Verſicherung gaben, daß Gott ſie wegen ihrer bewahrten Herzensreinheit immer noch für die Retterin Frankreichs hielte; ferner geboten ſie ihr König Karl VII. aufzuſuchen, ſich ihm im Namen Gottes als Feldherrn gegen die Engländer und Burgunder, als Retterin Frankreichs vorzuſtellen. Als das ſchüchterne ſieb⸗
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