Jungfrau von Orleans. 15
anzureden, ſtützte er den rechten Arm auf den Sattelknopf und wartete mit gekreuzten Beinen.
„Herr Ritter,“ begann Durand ſo höflich es ihm möglich war,„wenn es an dem iſt, daß Ihr der tapfre Hauptmann Robert von Baudricourt ſeid, von dem wir ſo viel Gutes gehört haben, ſo werdet Ihr's einem armen Bauer, der von Herzen dem edelen Dau⸗ phin zugethan iſt, zu gute halten, wenn er die Frage an Euch richtet, ob Ihr von der Lvire herkommt und uns etwas Gutes von unſerm Herrn und König Karl VII. berichten könnt...“
„Mein Freund,“ antwortete der Ritter mit einer Leutſeligkeit, wie ſie der Edelmann gegen den Bauer ſonſt nicht anzunehmen pflegte,„ich bin allerdings Ro⸗ bert von Baudricourt. Die Nachrichten vom König aber ſind ſehr wenig tröſtlich; denn ſeit der Schlacht an der Brücke von Montereau gehen die Angelegenheiten für das arme Königreich alle Tage ſchlimmer.“
„Und doch,“ ſagte Durand, durch den gütigen Ton des Ritters dreiſter gemacht,„doch will es mich bedün⸗ ken— verzeiht, daß ein armer Mann wie ich ſich unter⸗ fängt von ſo hohen Perſonen zu reden— es müßte alles beſſer gehen, da doch der Herr Connetable Arthur von Richemont an dem Herrn von Beaulieu Gerechtigkeit


