Teil eines Werkes 
1. Bd. (1859)
Entstehung
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nahm ſeinen Degen wieder, ſetzte ſeinen Hut auf und wollte eben ausgehen, als plötzlich ein Gedanke ihn zurückhielt.

Er ſtemmte ſich mit dem Ellbogen an die Wand, lehnte ſeine Stirne in ſeine Hand und ſann tief nach; dann, nach einem Augenblick der Ueberle⸗ gung, nahm er ſeinen Hut wieder ab, ließ ihn durch's Zimmer fliegen, ſetzte ſich wieder an den Tiſch und las dieſen Brief, der eine ſo ſchreckliche Aenderung in ſeinem Gemüth hervorgebracht hatte, zum zweiten Male.

„Teufelsbrut!“ ſagte er, als er mit der Lektüre fertig war,„heuchleriſches und lügneriſches Weibs⸗ ſtück! du ſtießeſt mich mit der einen Hand zurück und lockteſt mich mit der andern an; du gebrauchteſt gegen mich, einen bis zur Einfältigkeit ehrlichen Mann, alle Mittel Deiner hölliſchen Falſchheit, und ich ſah Nichts; ich begriff Nichts; als ehrlicher Mann war ich ſo dumm an Ehrlichkeit zu glauben, als tugendhafter Mann, war ich ſo dumm mich vor der falſchen Tugend zu verbeugen. Ach ja, ich weinte; ja ich weinte vor Aerger; ja ich weinte vor Wonne! Fließet, fließet jetzt, meine Thränen! Thränen der Scham und Wuth! Fließet und verwiſchet die Flecken, womit dieſe unſaubere Liebe mich bedeckt hat! Fließet und reißet, wie ein Strom das dürre Laub, die letzten Selbſttäuſchungen meiner Jugend, den letzten Glauben meiner Seele mit fort!!!

Und in der That begann dieſer kräftige Geiſt, dieſes Löwenherz zu ſchluchzen wie ein Kind.

Als er auf ſolche Art ſeinem Schmerz Genüge

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