Teil eines Werkes 
1. Bd. (1859)
Entstehung
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Dann fügte ſie mit einem Blicke, der ganz ent⸗ ſchieden dem Gebiet der Coketterie angehörte, hinzu: „Behaltet es zum Andenken an eine Undank⸗

are.“

Und ſie verſchwand leicht wie eine Fee.

Der Prinz nahm halb liebestoll das Schnupf⸗ tuch und eilte, als fürchtete er, man möchte ihm das koſtbare Geſchenk wieder nehmen, die Treppe hinab. Er dachte nicht mehr daran, daß das Le⸗ ben des Königs bedroht war; er vergaß, daß ſein Vetter, der Admiral, ihn bei dem Fräulein von St. André abholen ſollte, und das Einzige was er zu thun vermochte war, daß er das theure Tüch⸗ lein mit Liebesküſſen bedeckte.

VI Die Cugend des Fräuleins von St. André.

Erſt am Uferrand blieb Condé ſtehen, wie wenn er gedacht hätte, daß zum mindeſten die fünfhundert Schritte, die er jetzt zwiſchen ſich und Fräulein von St. André gebracht hatte, nöthig ſeien, um ihm ſe ruhigen Beſiß des koſtbaren Schnupftuchs zu ſichern.

Jetzt erſt ſiel ihm auch ein, daß er dem Admi⸗ ral verſprochen hatte auf ihn zu warten: er war⸗ tete alſo ungefähr eine Viertelſtunde, während welcher er das Tüchlein an ſeine Lippen preßte und an ſeine Bruſt drückte, wie etwa ein ſechzehn⸗ jähriger Gymnaſiſt bei ſeiner erſten Liebe. Erwartete er jetzt wirklich den Admiral oder