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keine Vorſtellung von dem machen, was ſie früher war.
Statt dieſer düſtern ſchwarzen Kleider, die bei allen Feſten unwillkürlich als eine Erinnerung an Trauer, als eine Proteſtation der Traurigkeit, der Königin dieſer armen Welt, gegen die Heiterkeit, die nur als Uſurpatorin erſcheint, ſelbſt die am wenigſten Melancholiſchen wehmüthig ſtimmen, ſchim⸗ merte dieſe ganze Maſſe in hellen Tuchtleidern, in Gold⸗ und Silberſtoffen mit Borten, Treſſen, Fe⸗ dern, Bändern, Sammt, golddurchwirktem Tafft, Atlas mit Silberlahn; dieſe ganze Menge, ſagen wir, futelte in der Sonne und ſchien ihr ihre glühendſten Strahlen in Blitzen zurückzuſenden; in der That war niemals ein ähnlicher Luxus von den oberſten bis in die unterſten Schichten der Geſellſchaft entfaltet worden, und obſchon ſeit dem Jahr 1543 zuerſt Franz l. und dann Heinrich IV. zwanzig Lurusgeſetze erlaſſen hatten, ſo waren die⸗ ſelben doch niemals zur Ausführung gekommen.
Die Erklärung dieſes unerhörten Luxus iſt höchſt einfach. Die Entdeckung der neuen Velt durch Columbus und Americus Veſpucius, ſo wie die Kriegszüge eines Fernando Cortez und Pizarro nach dem berühmten Königreich Cathay, das won Warco Polo angezeigt worden, hatten eine ſolche Menge baar Geld nach ganz Europa geworfen, daß ein Schriftſteller dieſes Jahrhunderts ſich über das Ueberfluthen des Luxus ſo wie über das Steigen der Waarenpreiſe beklagt, die ſich, wie er behaup⸗ 3 binnen achtzig Jahren mehr als vervierfacht hatten.


