Teil eines Werkes 
1. Bd. (1848)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

—

— 154—

Mutter ſie immerhin iſt, wäre in den verfloſſenen Tagen viel natürlicher geweſen; ſie grämt ſich in dieſem Augen⸗ genblicke ohne Grund.

— Um ſo mehr, fügte Herr Van⸗Dick hinzu, als ſie dieſe Nacht den armen Knaben durch ihre muſikaliſche Wuth in ſeinem Schlafe ſtörte.

„Ich muß ihn auf das zurückzuführen ſuchen, dachte Triſtan, was ihm vorhin auf den Lippen ſchwebte.“

— Auch glaube ich, ſprach er laut, daß dies der Grund von Madame Van⸗Dick's Traurigkeit nicht iſt.

— Vielleicht.

— Vermuthen Sie keinen andern Grund?

— Nein.

Je mehr Zeit Herr Van⸗Dick zu überlegen hatte, je feſter ſchien bei ihm der Entſchluß zu werden, Triſtan bei ſeiner erſten Vorausſetzung zu laſſen.

— Meinetwegen mag ſie dieſen oder jenen Grund haben, mir iſt alles gleich. Wenn ſich die Männer ſtets um die ſchlechten Launen ihrer Frauen kümmern wollten⸗ hätten ſie nichts weiter zu thun, für andere Sachen würde ihnen keine Zeit bleiben. Die betrübten Frauen ſind wie die Kinder, welche fallen: hebt man ſie auf, weinen fſie, und läßt man ſie allein aufſtehen, ſagen ſie kein Wort. Herr Van⸗Dick ſtand vom Tiſche auf.