Teil eines Werkes 
1. Bd. (1848)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Am Tage vor Wilhelm's Abreiſe hatte Triſtan ihm noch einmal das Verſprechen abgenommen, Euphraſia in Bezug auf das Portrait nichts zu ſagen. Wilhelm war ein ehrlicher junger Mann und hielt treulich ſein Ver⸗ ſprechen. Es war ein Uhr Nachts, als der arme Knabe zu ſeiner Geliebten ſchlich, um auf einen Monat Abſchied von ihr zu nehmen. Triſtan, hinter ſeinem Fenſter ver⸗ borgen, lauſchte der Scene.

Der Abſchied war herzzerreißend.

Vor Anbruch des Tages verließ Wilhelm Euphra⸗ ſia's Zimmer. Er war ſo bewegt, daß er nicht bemerkte, wie ſeine Geliebte es noch etwas mehr hätte ſein können.

Nach dem Frühſtück, von dem er, beiläufig geſagt, nur wenig genoſſen, fand er noch einmal Gelegenheit, während Herr Van⸗Dick in ſeinem Büreau die letzten In⸗ ſtructionen ordnete, Euphraſia zu ſprechen. Die Dame ſeufzte, als ob ſie dem ſcheidenden Geliebten auf ein gan⸗ zes Jahr Vertrauen einflößen wollte; Wilhelm aber ward von Secunde zu Secunde bewegter und gewahrte mithin den Erguß des Kummers nicht, wie er in verfloſſener Nacht die Kälte nicht gewahrt hatte.