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nicht mehr konnten, da hatte er Mitleid mit ihm, vielleicht auch mit den Pferden, und wollte den armen Sünder verviertheilen.
Als aber das Volk ſeine Abſicht bemerkte, ſtürmte es das Schaffot und riß ihm den Körper aus den Händen. Die Lakaien verſetzten ihm hundert Degen⸗ ſtiche und jeder riß ihm ein Stück Fleiſch ab, ſo daß er nicht in vier, ſondern in mehr als hundert Theile zerriſſen wurde. Ein Weib zerfleiſchte ihn mit den Nägeln, und als ſie ſah, daß dieſe nicht tief genug gingen, biß ſie in ihn hinein. So ging der Körper in unzählige Stücke, und als der Henker denjenigen Theil des Urtheils vollſtrecken wollte, welcher dahin lautete, daß die Reſte des Vater⸗ mörders ins Feuer geworfen werden ſollten, ſo war nichts mehr von ihm übrig als ſein Hemd.
Stücke des Leichnams wurden auf allen Plätzen und allen Straßen von Paris verbrannt.
toch heut zu Tage, d. h⸗ nach dritthalb Jahr⸗ hunderten, hat man das Geheimniß des Mords noch nicht zu ergründen vermocht.
Man muß in dieſer Beziehung glauben, was der Mörder von ſich ſelbſt ſagt, nämlich daß er ein Erleuchteter war, oder was die Geſchichte ſagt, nämlich daß er ein Fanatiker— ein Narr geweſen.
Ende.


