Druckschrift 
Heinrich IV / von Alexander Dumas. Aus d. Franz. von Gottlob Fink
Entstehung
Einzelbild herunterladen

172

tägigen Reiſe nach Genf Zeit gefunden hatte die zwei hübſcheſten Mädchen dieſer Stadt in ſich verliebt zu machen und jeder ein Kind zu hinter⸗ laſſen. Baſſompierre ſelbſt machte einmal eine Fahrt auf der Loire, und als er ſich in einer ſehr galanten Abſicht an die Kajüte ſchlich, wo eine ſchöne Reiſende ſchlief, hörte er den Schiffsherrn ſeinem Steuermann zurufen:

„Dreh' das Steuerruder, Baſſompierre. 4

Baſſompierre glaubte ſich entdeckt, er hielt dieß für ihn eine Aufforderung nach einer andern Seite zu ſteuern, und zog ſich ganz beſchämt in ſeine Kajüte zurück.

Am folgenden Tag erfuhr er, daß der Patron des Schiffes nur den Steuermann gemeint hatte. Man hatte dieſen Baſſompierre genannt, weil er der ſchönſte Schiffer auf dem ganzen Fluſſe war.

Und dieſer Ruf der Galanterie war nicht uſur⸗ pirt, ſondern gründete ſich auf wahre Thatſachen und erſtreckte ſich ſogar auf die Leute des Mar⸗ ſchalls.

Einer ſeiner Lakaien ſah eines Tags die Gräfin de la Suze ohne einen Schleppträger über den Louvrehof gehen; er eilte ihr zu, ergriff die Schleppe und trug ſie mit den Worten:

„Man ſoll nicht ſagen, daß ein Lakai des Herrn von Baſſompierre eine Dame in Verlegenheit ge⸗ ſehen und ſie darin gelaſſen habe.“

Am folgenden Tage erzählte die Gräfin die Anekdote dem Marſchall, welcher ſeinen Lakaien alsbald zum Kammerdiener erhob.

Er war überdieß ſehr generös. Eines Abends

*