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„iſt der wahre oder erdichtete Name einer Gärtners⸗ tochter vom Schloß Nerac, die hübſch genug war, um dem König von Navarra zur Kurzweil zu dienen.
Sodann kommt Fräulein von Tignonville, die Tochter des Lorenz von Montuan. Dieſe war nicht die Maitreſſe, ſondern die Geliebte des Königs von Navarra. Widerſtand war ſelten in jener ſchönen Zeit, wo die Liebe die dritte, wenn nicht die erſte Religion war. Halten wir alſo dieſe Dame feſt; ſie iſt überdieß authentiſcher als die Geſchichte mit Fleurette. Sully und d'Aubigné bezeugen es uns.
„Der König von Navarra,“ ſagt Sully,„begab ſich nach Bearn unter dem Vorwand ſeine Schwe⸗ ſter zu beſuchen. Man glaubt jedoch, daß er in Wirklichkeit durch die junge Tignonville dahingezo⸗ gen wurde, welcher er damals den Hof machte. Sie ſetzte den Angriffen des Königs von Navarra feſten Widerſtand entgegen, und dieſer Fürſt, der immer mehr in Flammen gerieth, je mehr Schwierigkeiten er zu bekämpfen hatte, bot bei der jungen Tignon⸗ alle Mittel eines leidenſchaftlichen Liebhabers auf.
Welcher Art waren dieſe Mittel eines leiden⸗ ſchaftlichen Liebhabers?
DAubigné wird es uns ſagen, er ſelbſt ſpricht:
„Nachdem der Liebeshandel zwiſchen dem jun⸗ gen König und der jungen Tignonville begonnen, die, obſchon ſie Mädchen war, tugendhaften Wider⸗ ſtand leiſtete, wollte der König in dieſer Sache d'Au⸗ igné verwenden, da er es für ausgemacht hielt, daß ihm nichts unmöglich ſei; dieſer aber, der in


