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Mit zwölf Jahren wurde der Knabe einem Offi⸗ cier Namens Coſte, der einige Edelleute zum Sol⸗ datenhandwerk heranzudreſſiren hatte, in die Schule gegeben. So rauh dieſes Handwerk war, ſo gefiel es doch Heinrich weit beſſer, als dasjenige, das er bei la Gaucherie treiben mußte. Den Panzer tragen, ſich in der Muskete üben, Schwimmen und Fechten, alles das deuchte dem Bearner Bauer, der als zar⸗ tes Kind im bloßen Kopf und barfuß auf den Fel⸗ ſen von Coaraze herumgeklettert war, weit luſtiger, als wenn er den Virgil ſtudiren, den Horaz über⸗ mit Algebra und Mathematik ſich abquälen ollte.
Nachdem Heinrich ein Jahr unter dieſen jungen Leuten zugebracht, welche man die Freiwilligen nannte, erklärte Coſte, ſein neuer Zögling habe ſo große Fortſchritte gemacht, daß er ſich veranlaßt ſehe ihn zu ſeinem Lieutenant zu ernennen.
Um dieſe Zeit machten die Türken Verſuche ſich Maltas zu bemächtigen, und Frankreich ſchickte den Rittern Schiffe zu Hülfe. Heinrich, der noch nicht vierzehn Jahre zählte, verlangte die Expedition mit⸗ machen zu dürfen, allein ſein Vetter König Carl IX ſchlug es ihm beharrlich ab.
Mittlerweile ſtarb la Gaucherie, der Hofmeiſter des Prinzen.
Johanna von Albret, die in dieſem Todesfall einen Vorwand erblickte ihren Sohn vom Hof zu⸗ rückzunehmen, erſchien ſelbſt, um ihn abzuholen. Sie hatte einen ſchweren Kampf mit dem König und Catharina von Medici zu beſtehen, denn dieſe woll⸗ ten in Folge der Prophezeiung eines Aſtrologen,


