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Heinrich IV / von Alexander Dumas. Aus d. Franz. von Gottlob Fink
Entstehung
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ihr, daß ſie ihren Sohn am franzöſiſchen Hofe laſ⸗ ſen müſſe.

Er blieb alſo unter der Leitung eines Erziehers Namens la Gaucherie zurück. Dieſer war ein braver und würdiger Edelmann, der ſich alle mög⸗ liche Mühe gab ſeinem Zögling die Begriffe von Recht und Unrecht einzuprägen.

Eines Tags, nachdem er ihn die Geſchichte von Coriolan und Camillus hatte leſen laſſen, fragte er ihn, welchen von dieſen beiden Helden er vorziehe.

Der Knäbe rief:

Sprecht mir nicht von dem erſten, er iſt ein garſtiger Menſch.

Und der zweite?

Oh, der Zweite, das iſt etwas ganz Anderes. Ich liebe ihn von ganzem Herzen, und wenn er noch lebte, würde ich ihm um den Hals fallen, ihn lüſ⸗ ſen und zu ihm ſagen:Mein General, Ihr ſeid ein braver rechtſchaffener Mann, und Coriolan wäre nicht werth Euer Stallknecht zu ſein. Ihr habt nicht wie er Eurem Vaterland, das Euch ungerech⸗ terweiſe verbannt hatte, Groll nachgetragen, ſondern ſeid ihm zu Hülfe geeilt. Mein höchſter Wunſch wäre unter Furen Befehlen das Kriegshandwerk zu lernen; nehmt mich gefälligſt unter Cure Solda⸗ ten auf. Ich bin klein und beſitze noch nicht viel Kraft; aber ich habe Herz und Ehre im Leib und ich will Euch gleichen.

Aber, ſagte ſein Lehrer,Ihr ſolltet doch Leute, welche die Waffen gegen ihr Vaterland er⸗ griffen haben, etwas mehr ſchonen.

Und warum das? fragte der Knabe lebhaft.