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Bergen gelegenen Jagdſchloß, heranwachſen aſſe.
Die Nahrung und Kleidung des Kindes wurde von ſeinem Großvater vorgeſchrieben. Seine Nah⸗ rung beſchränkte ſich auf ſchwarz Brod, Rindfleiſch, Käſe und Knoblauch; ſeine Kleidung auf ein Wams und Bauernhoſen; wenn er ein Paar zerriſſen hatte, ſo bekam er ein neues. Er lief die meiſte Zeit barfuß und barhäuptig auf den Felſen herum, fort⸗ während auf Befehl des Großvaters.
Als Anton von Bourbon und Johanna von Albret an den franzöſiſchen Hof gingen, nahmen ſie den jungen Heinrich mit. Er war damals ein ge⸗ ſunder, dicker Junge von fünf Jahren mit einem ehrlichen, geiſtreichen und offenen Geſicht.
„Wollt Ihr mein Sohn ſein?“ fragte ihn Kö⸗ nig Heinrich II.
Der Junge ſchüttelte den Kopf und ſagte, auf Anton von Bourbon deutend, auf bearniſch:
„Der da iſt mein Vater.“
„Nun denn, wollt Ihr mein Tochtermannwerden?“
„Sehen wir das Mädchen,“ antwortete der Junge.
Man ließ die kleine Margareth kommen, die ſechs oder ſieben Jahre zählte.
„Ja gern,“ ſagte er.
Und von dieſem Augenblick an war die Verbin⸗ dung beſchloſſen.
Bald darauf fiel Anton von Bourbon bei der Belagerung von Rouen, und Johanna von Albret kehrte nach Bearn zurück, aber man verlangte von


