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Heinrich IV / von Alexander Dumas. Aus d. Franz. von Gottlob Fink
Entstehung
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Albret, ein wahres Ideal von einer Frau. Sie be⸗ ſaß von ihrem Väter her das Königreich Navarra; nachdem ſie im Jahr 1562 die Herrſchaft daſelbſt angetreten, führte ſie im Jahr 1567 den Calvinis⸗ mus ein. Unglücklicherweiſe ließ ſie ſich unter dem Vorwand der Vermählung ihres Sohnes mit Mar⸗ gareth von Valois an den franzöſiſchen Hof ver⸗ locken, denn ſie ſtarb da zwei Monate vor der Bar⸗ tholomäusnacht und zwar, wie man ſagt, in Folge einer Vergiftung durch ein paar parfümirte Hand⸗ welche Catharina von Medici ihr verehrt atte.

Der Oheim Heinrichs IV war jener liebenswür⸗ dige Prinz von Condé, welcher bei Jarnac von Mon⸗ tesquiou erwordet wurde und ſein ganzes Leben lang der Liebling der Frauen geweſen, obſchon er ganz klein und noch dazu etwas buckelig war.

Johanna von Albret befand ſich, als ſie ihre Schwangerſchaft bemerkte, in der Picardie bei An⸗ ton von Bourbon, Gouverneur der Provinz und Befehlshaber einer Armee, die Karl V bekriegte. Sie meldete die Nachricht ſogleich ihrem Vater, Hein⸗ rich Albret, König von Navarra, der ſie zu ſich berief.

Sie verabſchiedete ſich von ihrem Gatten, ver⸗ ließ Compiegne, reiste durch Frankreich und kam am 4. December 1553 zu Pau in Bearn an.

Johanna war nicht ohne Beſorgniſſe. Ihr Va⸗ ter hatte eine große Intrigantin zur Maitreſſe, und man ſagte, Heinrich von Albret habe ein Teſtament zu Gunſten dieſer Perſon und zu Ungunſten ſeiner Tochter gemacht.