308
Man muß in der Geſchichte von De Thon die Er⸗ zählung von dieſer unglaublichen Belagerung leſen.
Domfront widerſtand zwölf Tage. Der Graf von WMontgommery machte während dieſer Zeit ſieben wü⸗ thende Ausfälle. Endlich, als die Mauern der Stadt, durchlöchert und wankend, gleichſam dem Feinde preis⸗ gegeben waren, verließ ſie Gabriel, doch nur, um ſich in den Thurm, genannt Guillaume von Belleme, zurück⸗ zuziehen und hier zu kämpfen.
Er hatte nur noch dreizehn Mann bei ſich.
Matignon commandirte zum Sturm eine Batterie von fünf Stück ſchwerem Geſchütz, hundert bepanzerte
Edelleute, ſieben hundert Musketiere und hundert Pike⸗
niere. Der Angriff dauerte fünf Stunden und es wurden ſechshundert Kanonenſchüſſe auf den alten Thurm ab⸗ gefeuert. Am Abend hatte Montgommery nur noch ſechszehn Mann, doch er hielt immer noch feſt. Er brachte die Nacht damit hin, daß er die Breſche wie ein gemeiner Arbeiter ausbeſſerte. Mit Tagesanbruch begann der Sturm wieder. Ma⸗ tignon hatte während der Nacht neue Verſtärkung er⸗ halten. Es waren nun um den Thurm von Belléme und ſeine ſiebzehn Streiter fünfzehntauſend Soldaten verſammelt und achtzehn Feldſtücke aufgepflanzt. Nicht der Muth war es, woran es den Belagerten mangelte, ſondern das Pulver. um nicht lebendig in die Hände der Feinde zu fallen, wollte ſich Montgommery den Degen durch den Leib rennen. Doch Matignon ſchickte ihm einen Parlamen⸗ tär zu, der ihm im Namen des Feldherrn ſchwur: Es ſollte ſein Leben unverſehrt bleiben, und ihm die Freiheit, ſich zurückzuziehen, ge⸗ ſtattet ſein. 6
Montgommery ergab ſich im Glauben an dieſen
—
5———————


