er
en r= or ir
re re te r⸗ n
33
Republik und die des Adels nur nach einer Veränder⸗ ung des Königthums.
Die Wahlformen des Calvinismus, das Princip der Gleichheit, das die neue Kirche überall aufſtellte, führten unmittelbar zu dem republikaniſchen Syſteme in den von den Schweizer Cantonen angenommenen Be⸗ dingungen. Doch der Adel wollte nicht ſo weit gehen⸗ er begnügte ſich mit dem Plane, im Einverſtändniß mit der Königin Eliſabeth von England, Heinrich Il. vom Thron zu ſtoßen und ihn durch einen calviniſtiſchen König zu erſetzen. Man nannte ganz leiſe zum Voraus den Prinzen von Condé.
Man ſieht, es war ſchwierig, zwei einander ganz entgegengeſetzte Elemente zu einem gemeinſchaftlichen Werke mitwirken zu machen.
Gabriel bemerkte daher mit Bedauern nach der Rede von La Renaudie, daß die zwei beinahe feindlichen
Lager ſich mit mißtrauiſchem Auge maßen, ohne daß ſie
daran zu denken ſchienen, aus den ſo kühn geſtellten Prämiſſen Schlüſſe zu ziehen.
Es vergingen ein paar Minuten unter verworrenem Gemurmel, in ſchmerzlicher Unentſchiedenheit. La Re⸗ naudie war nahe daran, ſich zu fragen, ob er nicht durch eine zu ungeſtüme Aufrichtigkeit unwillkührlich die Wirkung der Erzählung von Nicolas Duval zerſtört habe. Dach da er einmal dieſen Weg eingeſchlagen hatte, ſo wollte er Alles wagen, um Alles zu retten, und er wandte ſich an einen magern, ſchwächlichen, kleinen Mann, mit dicken Brauen und gallichter Miene, der bei einer Gruppe in ſeiner Nähe ſtand, und ſagte zu ihm mit lauter Stimme:
„Nun, Lignieères, werdet Ihr nicht zu unſern Brüdern ſprechen und ihnen ſagen, was Ihr auf dem Herzen habt?“
„Es ſei!“ antwortete der kleine Mann, deſſen Blick ſich entflammte.„Ich werde ſprechen, doch dann ohne etwas zu verhehlen und ohne etwas zu mildern!“


