Teil eines Werkes 
12.-16 Bdchn (1847)
Entstehung
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„Was habt Ihr mir denn vorzuwerfen?“ fragte Martin⸗Guerre mit traurigem Tone.

„Nichts, Martin, Du biſt der treuſte und ergebenſte Diener, den man finden kann.“

„Es iſt aber doch natürlich, daß der Diener dem Herrn, daß der Stallmeiſter dem Cavalier folgt, und Ihr nehmt mich nicht mit!“

„Ich habe drei gute Gründe hiefür, Martin.“

„Darf ich Euch fragen, welche 2“

„Einmal wäre es grauſam, Martin, Dich dem Glück, das Du ſo ſpät genießeſt, und der Ruhe, die Du ſo wohl erworben haſt, zu entreißen.“

„Oh!l was das betrifft, gnädiger Herr, meine Pflicht iſt es, Euch zu begleiten und Euch zu dienen bis zu meiner letzten Stunde, und ich würde, glaube ich, Euch zu Liebe das Paradies verlaſſen.“

„Ja, aber meine Sache iſt es, dieſen Eifer nicht

zu mißbrauchen, für den ich Dir danke. Sodann er⸗ kaubt Dir der ſchmerzliche Unfall, deſſen Opfer Du in Calais geweſen biſt, nicht, mir ſo thätige Dienſte zu leiſten, wie in der Vergangenheit, mein armer Martin.“

„Es iſt wahr, gnädiger Herr; ich kann weder mehr an Eurer Seite kämpfen, noch mit Euch zu Pferde ſtei⸗ gen. Aber in Paris, in Montgommery und ſelbſt im Feld gibt es Vertrauensdienſte, mit denen Ihr, wie ich hoffe, noch den armen Invaliden beauftragen könntet, welcher ſich derſelben aufs Beſte entledigen würde.“

„Ich weiß es, Martin, und ich wäre auch vielleicht ſo ſelbſtſüchtig, es anzunehmen, ohne einen dritten Grund.“

„Darf ich ihn kennen, gnädiger Herr?“

„Ja,“ antwortete Gabriel mit einem ſchwermüthi⸗ gen Ernſt,„doch unter der Bedingung, daß Du nicht weiter forſchen, Dich damit begnügen und von dem Verlangen, mir zur folgen, abſtehen wirſt.“