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„Ich wiederhole, Arnauld du Thill,“ ſprach der Präſident,„es iſt keine Verwechſelung zwiſchen Euch und Martin⸗Guerre mehr möglich.“
„Und warum?“ ſagte Arnauld;„woran erkennt man ihn? welches Merkmal unterſcheidet uns?“
„Ihr ſollt es erfahren, Elender,“ ſprach Gabriel voll Entrüſtung.
Er machte ein Zeichen, und Martin⸗Guerre erſchien auf der Schwelle des Gefängniſſes.
Martin⸗Guerre ohne Mantel! Martin⸗Guerre mit einem hölzernen Bein!
„Martin, mein braver Stallmeiſter,“ ſagte Gabriel zu Arnauld,„Martin, der in Noyon dem Galgen entkam, an den Ihr ihn hattet hängen laſſen, iſt bei Calais einer gerechten Rache nicht entgangen, welche einer Eurer Schändlichkeiten zugedacht war; er wurde in einen Ab⸗ grund geſtürzt und man mußte ihm dieſes Bein abnehmen, das wenigſtens durch den geheimnißvollen Willen der Vorſehung, welche auch da noch, wo ſie grauſam zu ſein ſcheint, gerecht iſt, nun dazu dient, eine Verſchiedenheit zwiſchen dem Verfolger und dem Opfer herauszuſtellen. Die hier gegenwärtigen Richter ſetzen ſich nicht mehr der Gefahr aus, ſich zu täuſchen, und können fortan den Verbrecher an ſeiner Unverſchämtheit und den Unſchuldigen an ſeiner Wunde erkennen.“
Bleich, niedergeſchmettert unter dem furchtbaren Worte und dem vernichtenden Blicke von Gabriel, ver⸗ ſuchte es Arnauld du Thill nicht mehr, ſich zu verthei⸗ digen und zu leugnen:; der Anblick des berſtümmelten machte zum Voraus alle ſeine Lügen zu nichte.
Er ſank ſchwerfällig wie eine träge Maſſe zu Boden und murmelte:
„Ich bin verloren! ich bin verloren!“


