Teil eines Werkes 
8.-11. Bdchn (1847)
Entstehung
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ſeiner Hochzeit einen Haufen hungeriger Verwandten ein⸗ laden?„. WMeiner Treue! ich hatte dieſe einfältige Gewohnheit vergeſſen, und wenn Du mich nicht daran er⸗ innert hätteſt, Vertrande!... Nun, die Runde iſt ge⸗ macht; in zwei Stunden wird die ganze Verwandtſchaft mit den gefräßigen Kinnbacken hier ankommen.“

„Ich danke, mein Freund,“ ſagte Bertrande,„Du haſt ſehr Recht, es iſt ein alberner Gebrauch, doch ein gebieteriſcher Gebrauch, in den man ſich fügen muß, wenn man nicht als hochmüthig und unverſchaͤmt er⸗ ſcheinen will.“

„Gut geurtheilt!“ verſetzte Martin mit Ironie.„Und Du, Faulenzerin, haſt Duwenigſtens Deinerſeits gearbeitet? Iſt der Tiſch im Obſtgarten gedeckt?“

„Ja, Martin, wie Du es befohlen.“

„Haſt Du auch den Richter eingeladen?“ fragte der zärtliche Gatte.

„Ja, Martin, und er hat geſagt, er werde ſein Mög⸗ lichſtes thun, um dem Mahle beizuwohnen.“

„Er würde ſein Möglichſtes thun!“ rief Martin voll Zorn.„Das iſt es nicht! er muß kommen! Du wirſt ihn ungeſchickt eingeladen haben! es liegt mir daran, den Richter gut zu behandeln, Du weißt es, doch Du thuſt Alles, um mir zu mißfallen. Seine Gegenwart war das Einzige, was mich ein wenig für den langweiligen Ge⸗ brauch und die unnoͤthige Ausgabe dieſes lächerlichen Jahrestages entſchädigt hätte.“

„Lächerlicher Jahrestag! der unſerer Hochzeit!“ ent⸗ gegnete Bertrande mit Thränen in den Augen.„Oh, Martin! Du biſt allerdings ein unterrichteter Mann, Du haſt viel geſehen und viele Reiſen gemacht, Du kannſt die alten Vorurtheile dieſer Gegend verachten. Doch gleichviel! dieſer Jahrestag erinnert mich an eine Zeit, wo Du minder ſtreng und mehr zärtlich gegen Deine arme Frau warſt.“

„Ja,“ ſagte Martin mit einem höhniſchen Gelächter,