bis zwanzig Jahre alte Geſchichte nicht mehr zu ergründen ſuchen wird.““
„„Alles dies iſt richtig und gut zuſammengefaßt,““ ſprach Frau von Poitiers;„ich neige mich, ich billige und bewundere.““
„„Ihr ſeid in der That zu gut,“ verſetzte Mont⸗ morency äußerſt geſchmeichelt,„„ich ſehe, daß wir ganz geſchaffen ſind, um uns zu verſtehen.““
„„Doch ich billige nicht und bewundere nicht!““ rief der Dauphin,„ich mißbillige im Gegentheil und widerſetze mich.““
„„Mißbilligt, gnädigſter Herr, und Ihr werdet Recht haben,““ ſagte Herr von Montmorency⸗„„miß⸗ billigt, aber widerſetzt Euch nicht; tadelt, aber laßt gewähren. Alles dies geht Euch nichts an, und ich über⸗
nehme die ganze Verantwortlichkeit vor den Menſchen
und vor Gott.““
„„Nur wird fortan ein Verbrechen zwiſchen uns beſtehen, nicht wahr?““ verſetzte der Dauphin,„„und Ihr werdet mehr als mein Freund, Ihr werdet mein Mitſchuldiger ſein.““
„„Oh! ſolche Gedanken ſeien fern von mir!““ rief der ſchlaue Miniſter.„Doch Ihr ſollt Euch eben ſo wenig dadurch gefährden, daß Ihr den Schuldigen beſtraft, als dadurch, daß Ihr ihn bekämpft. Wollt Ihr, daß wir dem König, Eurem Vater, Meldung machen?““ 3
„Nein, nein; mein Vater darf von Allem dem nichts erfahren,““ ſagte der Dauphin raſch.
„„Meine Pflicht,““ erwiederte Herr von Montmo⸗ rench,„„würde mich jedoch verbinden, ihn davon in Kenntniß zu ſetzen, gnädigſter Herr, wenn Ihr be⸗ harrlich glaubtet, die Zeit ritterlicher Handlungen daure noch fort. Doch übereilen wir nichts, wenn Ihr es wünſcht, und laſſen wir unſern Rath durch die Zeit reifen. Verſichern wir uns nur der Perſon des Gra⸗ fen, was eine nothwendige Bedingung für unſere wei⸗


