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Doch in dieſem Augenblick klopfte Jemand beſchei⸗ den an die Thüre und Noſtradamus erſchien.
„Ah, ah! Herr d'Ermès,“ ſagte er zu Gabriel, „wie munter und belebt finde ich Euch! Das gefällt mir, Ihr waret nicht ſo vor einem Monat. Mir ſcheint, Ihr ſeid nun völlig bereit, zu Feld zu ziehen!“
„Wirklich zu Feld zu ziehen!“ ſprach Gabriel, in⸗ dem er mit funkelndem Auge Aloyſe anſchaute.
„Ich ſehe alſo, daß der Arzt nichts mehr hier zu thun hat,“ verſetzte Noſtradamus.
„Nichts mehr, als meinen Dank, Meiſter, und den Preis für Eure Dienſte, wenn ich dies ſagen darf, zu empfangen, denn in gewiſſen Fällen bezahlt man das Leben nicht.“
Und er drückte dem Doctor die Hand und legte in dieſe Hand eine Rolle Gold.
„Ich danke, Herr Vicomte d'Ermés,“ ſprach No⸗ ſtradamus.„Doch erlaubt mir, Euch ebenfalls ein Geſchenk zu machen, von dem ich glaube, daß es für Euch von Werth iſt.“
„Was iſt das, Meiſter?“
„Ihr wißt, gnädiger Herr, daß ich mich nicht allein damit beſchäftigt habe, die Krankheiten der Menſchen kennen zu lernen. Ich wollte weiter und höher ſehen, ich wolite ihre Geſchicke ergründen, eine Augfabe voll von Zweifeln und Schatten; doch in Ermangelung von Licht habe ich, wie mir ſcheint, zuweilen den Schimmer geſehen. Gott hat, davon bin ich feſt überzengt, zwei⸗ mal den breiten, mächtigen Plan des Schickſals von jedem Menſchen geſchrieben: einmal in die Geſtirne des Himmels, in ſein Vaterland, zu dem er ſo oft die Augen erhebt, und dann in die Linien ſeiner Hand, ein
verworrenes Zauberbuch, das er beſtändig bei ſich trägt,
welches er jedoch ohne zahlloſe Studien nicht einmal zu buchſtabiren vermag. Viele Tage und viele Nächte
hindurch habe ich in dieſe zwei Wiſſenſchaften, welche bodenlos find, wie das Faß der Danaiden, in die Chi⸗


