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Galanterie von Heinrich II., und ſie fand mehr Reize in der übeln Behandlung des Einen, als in den Schmei⸗ cheleien des Andern. Ungeheuerliche Laune eines weib⸗ lichen Herzens! Anne von Montmoreney war weder geiſtreich, noch glänzend, und er galt mit Recht für habgierig und geizig. Die furchtbaren Strafen, die er der meuteriſchen Bevölkerung von Bordeaur auferlegt, hatten ihm allein eine Art von gehäſſiger Berühmtheit verliehen. Allerdings brav, eine gewöhnliche Eigen⸗ ſchaft in Frankreich, war er bis dahin kaum in den Schlachten, an denen er Antheil genommen, glücklich geweſen. Bei den Siegen von Ravenna und Marig⸗ nan, wo er noch nicht befehligte, zeichnete man ihn nicht unter der Menge aus; an der Bicoque, wo er Oberſter der Schweizergarden war, ließ er beinahe ſein ganzes Regiment niedermetzeln, und bei Pavia wurde er gefangen genommen. Sein militäriſcher Ruhm ging nicht weiter, und Saint⸗Laurent ſollte dem Allem eine klägliche Krone aufſetzen. Ohne die Gunſt von Heinrich II., die dieſem wahrſcheinlich durch Diana von Poitiers eingeflößt wurde, wäre er der Zweite im Rath wie im Kriege geblieben, und dennoch liebte ihn Diana, ſchmeichelte ſie ihm, gehorchte ſie ihm in Allem, die Geliebte eines reizenden Königs, die Sklavin eines lächerlichen Kriegsknechtes.
In dieſem Augenblick kratzte man beſcheiden an der Thüre, ein Page trat auf die Erlaubniß von Frau von Valentinois ein und meldete, der Vicomte d'Ermös bitte inſtändig und aus einem ſehr wichtigen Beweg⸗ grunde, einen Augenblick bei der Herzogin vorgelaſſen
zu werden.
„Der Verliebte!“ rief der Connetable,„was will er denn von Euch, Diana? Sollte er zufällig kommen, 4 ſich von Euch die Hand Eurer Tochter zu er⸗ itten?“
„Darf ich ihn eintreten laſſen?“ fragte fügſam die Favoritin.
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