I. Ein Grafenſohn und eine Rönigstochter.
Es war am 5. Mai des Jahres 1551. Ein junger Menſch von achtzehn Jahren und eine Frau von vierzig kamen aus einem kleinen Hauſe von einfachem Ausſehen und durchſchritten nebeneinander das Dorf Montgommerh, das in der Landſchaft Auge lag.
Der junge Mann war von der ſchönen normanniſchen Race mit kaſtanienbraunen Haaren, blauen Augen, weißen Zähnen und roſenfarbigen Lippen. Er hatte den friſchen, ſammetartigen Teint der Bewohner des Norden, der ihrer Schönheit vielleicht ein wenig das Kräftige benimmt und ſie beinahe zu einer weiblichen Schönheit macht. Er war übrigens bewunderungswürdig geſtaltet in ſeinem zugleich ſtarken und biegſamen Wuchſe, durch den er ſich ebenſo zur Eiche als zum Rohr hinneigte. Sein Anzug war einfach aber zierlich; er trug ein Wamms von dunkel veilchenblauem Tuch mit Stickereien von derſelben Farbe, Seine Beinkleider waren von demſelben Tuch und hatten dieſelben Stickereien, wie ſein Wamms; lange Stiefeln von ſchwarzem Leder, wie ſie die Evelknechte trugen, gingen ihm bis über das Knie und ein leicht auf die Seite geneigtes, von einer weißen Feder beſchattetes To⸗ duet bedeckte eine Stirne, worauf ſich die Anzeichen der Ruhe und der Feſtigkeit erkennen ließen.
Sein Pferd, deſſen Zügel er um ſeinen Arm ge⸗ Die beiden Dianen. 1. 1


