Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : Dritte Abteilung, Ange Pitou : 9.-12. Bändchen (1851) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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Da er aber nicht ſtark genug in der Phyſiologie war, um die Ideen einer Frau auf eine Entfernung von anderthalb Meilen zu errathen, ſo beſchränkte er ſich darauf, daß er viel weinte und ſich immer wieder eine Menge von traurigen Dorflievern auf die melancholiſch⸗ ſten Melodien vorfand.

Seine Armee wäre ſehr enttäuſcht geweſen, wenn ſie ihren General ſo elegiſchen Jeremiaden preisgegeben geſehen hätte.

Als Piton viel geſungen, viel geweint hatte, viel marſchirt war, kehrte er nach ſeiner Stube zurück, vor der die abgöttiſchen Haramonter eine Schildwache, das Gewehr im Arm, aufgeſtellt hatten, um ihm Ehre zu erweiſen.

Die Schildwache hatte nicht mehr das Gewehr im Arm, ſo ſehr war ſie betrunken; ſie ſchlief auf der Steinbank, mit der Flinte zwiſchen ihren Beinen.

Erſtaunt weckte ſie Piton auf.

Er erfuhr ſodann, daß die dreißig guten Leute einen Schmaus beim Vater Tellier, dem Vatel von Haramont, beſtellt hatten; daß zwölf von den begei⸗ ſtertſten Gevatterinnen die Sieger dort bekränzten, und daß man den Ehrenplatz für den Turenne, der den Condé des benachbarten Canton geſchlagen, auf⸗ bewahrt hatte.

Das Herz war bei Pitou zu ſehr angegriffen wor⸗ den, als daß der Magen nicht gelitten haben ſollte. Man iſt erſtaunt, ſagt Chateaubriand,über die Menge der Thränen, welche das Auge eines Königs enthält; aber man hat nie die Leere meſſen können, welche die Thränen in den Magen eines Erwachſenen machen.

Von ſeiner Schildwache in den Bankettſaal fort⸗ gezogen, wurde Pitou mit einem Zuruf, um die Mauern zu erſchüttern, empfangen.

Er grüßte ſtillſchweigend, ſetzte ſich ebenſo und