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Saint⸗Martin ein Geräuſch, dem Toſen des Meeres auf den Strandſteinen ähnlich.
Dieſer wüthende Lärmen drang über die Häuſer empor, wie der brodelnde Dampf über den Rand eines Gefäßes aufſtrömt.
„Zu ſpät!“ ſagte Lafayette.
„Sie kommen, ſie kommen,“ murmelte der Eilbote. „Hören Sie?“
„Ein Regiment! ein Regiment!“ rief Lafayette mit dem edlen Wahnſinn der Menſchenliebe, der die glänzende Seite ſeines Charakters war.
„Ei! Mord und Tod!“ rief Bailly, der vielleicht zum erſten Mal fluchte,„vergeſſen Sie, daß unſere Armee gerade dieſe Menge iſt, die Sie bekämpfen wollen?“
Und er verbarg ſein Geſicht in ſeinen Händen.
Die Schreie, die man in der Ferne gehört, hatten ſich von der in den Straßen zuſammengeſchaarten Menge dem auf dem Platze aufgehäuften Volke mit der Schnel⸗ ligkeit eines Laufſeuers mitgetheilt.
Man ſah nun diejenigen, welche die traurigen Ueberreſte von Foulon beſchimpften, ihr blutiges Spiel verlaſſen, um einer neuen Rache entgegenzueilen.
Die dem Platze anliegenden Straßen ſpieen ſogleich einen großen Theil von dieſer brüllenden Menge aus, welche, Meſſer und drohende Fäuſte emporhaltend, ſich nach der Rue Saint⸗Martin dem neuen Todeszuge entgegenwälzte.
XLI.
Der Schwiegerſohn.
Die Verbindung war bald bewerkſtelligt, man hatte auf beiden Seiten dieſelbe Eile. Dann geſchah, was folgt.


