Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : Vierte Abteilung, Die Gräfin von Charny : 27.-33. Bändchen (1855) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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Man wollte wiſſen, an was Tante Angélique ge⸗ ſtorben war.

Herr Raynal trat ein, näherte ſich dem Bette, unterſuchte die Todte, drückte mit ſeiner Hand auf den Oberbauch und auf den Unterleib, und erklärte, zum großen Erſtaunen der ganzen Geſellſchaft, Tante Angeéli⸗ que ſei ganz einfach vor Kälte und, wahrſcheinlich, vor Hunger geſtorben⸗

Die Thränen von Piton verdoppelten ſich bei dieſer Erklärung.

Oh! arme Tante! arme Tante! rief er;und ich hielt ſie für reich! Ich bin ein Unglücklicher, daß ich ſie verlaſſen habe!.. Oh! wenn ich das gewußt hätte!. Nicht möglich, Herr Raynal, nicht möglich.

Suchen Sie im Brodkaſten, und Sie werden ſehen, ob Brod da iſt; ſuchen Sie im Hotzſchuppen, und Sie werden ſehen, ob Holz da iſt. Ich habe ihr immer prophezeit, ſie werde ſo ſterben, die alte Geizige!

Man ſuchte: es war nicht ein Büſchel Reiſig im Holzſchuppen, nicht ein Krümchen Brod im Brodkaſten.

Oh! warum ſagte ſie das nicht! rief Pitou;ich wäre in den Wald gegangen, um ſie zu erwärmenz ich hätte gewildert, um ſie zu nähren. Das iſt auch Eure Schuld, fuhr der arme Junge diejenigen⸗ welche gerade da waren, anklagend fort;warum ſagtet Ihr mir nicht, ſie ſei arm?

Wir ſagten Ihnen nicht, Herr Pitou, ſie ſei arm, antwortete Farolet,aus dem einfachen Grunde, wei ſie Jedermann für reich hielt.

Herr Raynal hatte das Betttuch der Tante Angé⸗ lique über den Kopf geworfen und ging auf die Thüre zu.

Piton lief ihm nach.

Sie gehen, Herr Raynal? ſagte er⸗

Und was ſoll ich noch hier machen⸗ mein Junge?

Sie iſt alſo entſchieden todt?

Der Doctor zuckte die Achſeln.