Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : Vierte Abteilung, Die Gräfin von Charny : 27.-33. Bändchen (1855) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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ihrem reizenden Geſichte. In der That, die Tochter eines ehemaligen Schreibers bei den Finanzen und einer ſehr hübſchen Frau, von der man behauptete, ſie ſei die Geliebte des Finanzminiſters Terray geweſen, war, ihr Name beweiſt dies, Lucile Dupleſſis Loridon, wie Ma⸗ dame Roland, von niedriger Abkunft.

Eine Neigungsheirath hatte im Jahre 1791 mit dieſem für ihn relativ reichen Mädchen den furchtbaren Knaben, den genialen Straßenjungen, welchen man Camille Desmoulins nannte, verbunden.

Arm, ziemlich häßlich, ſchwer ſprechend, wegen des Stammelns, das ihn ein Redner zu ſein verhinderte, aber, während es ihn ein Redner zu ſein verhinderte, aus ihm den bekannten Schriftſteller machte, hatte ſie Camille zugleich durch die Feinheit ſeines Geiſtes und durch ſeine Herzensgüte verführt.

Camille, obgleich er der Anſicht von Mirabeau war, welcher geſagt hatte:Ihr werdet nie etwas aus der Revolution machen, wenn Ihr ſie nicht entchriſtlicht, Camille hatte in der Saint⸗Sulpice⸗Kirche nach dem katholiſchen Ritus geheirathet; als ihm aber 1792 ein Sohn geboren wurde, da trug er dieſen Sohn nach dem Seſ und verlangte für ihn die republicaniſche

aufe.

Hier, in einem Zimmer des zweiten Stockes von dieſem Hauſe der Rue de l'Ancienne⸗Comédie, hatte ſich ſo eben zum großen Schrecken und zu gleicher Zeit zum großen Stolze von Lucile der ganze Inſurrectionsplan entrollt, welchen Barbaroux naiver Weiſe drei Tage vorher in einer Rankinhoſe ſeiner Wäſcherin geſchickt zu haben geſtand.

Barbaroux, der kein großes Vertrauen zum Gelin⸗ gen des Handſtreiches hatte, den er ſelbſt entworfen und angebahnt, und der in die Gewalt des Hofes zu fallen befürchtete, zeigte auch mit einer ganz antiken Einfach⸗