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„Ohne zu nengierig zu ſein,“ fragte die Königin, „an wen ſchreiben Sie?“
„An Herrn von Charny, Madame,“ antwortete Gilbert.
„An Herrn von Charny?“ rief die Königin erhlei⸗ chend und zugleich bebend.„Und warum ſchreiben Sie ihm?“
„Damit er von Eurer Majeſtät verlange, was ich nicht verlangen kann.“
„Herr von Charny iſt zu glücklich, um an ſeine unglücklichen Freunde zu denken: er wird nicht kommen!“ ſagte die Königin.
Die Thüre öffnete ſich, ein Huiſſier erſchien und meldete:
„Der Herr Graf von Charnv, der in dieſem Augen⸗ blicke ankommt, fragt, ob er Eurer Majeſtät ſeine Ehr⸗ erbietung bezeigen könne?“
Die Königin wurde von blaß, wie ſie war, leichen⸗ bleich; ſie ſtammelte ein paar unverſtändliche Worte.
„Er trete ein! er trete ein!“ rief Gilbert:„der Himmel ſchickt ihn!“
Charny erſchien an der Thüre in der Tracht eines Marineofficiers.
„Ah! kommen Sie, mein Herr!“ ſagte Gilbert zu
ihm;„ich ſchrieb Ihnen.“
Und er übergab ihm den Brief.
„Ich habe vernommen, welche Gefahr Ihre Maje⸗ ſtät lief, und ich bin gekommen,“ ſagte Charny ſich verbeugend.
„Madame, Madame,“ rief Gilbert,„um des Him⸗ mels willen, bören Sie, was Herr von Charny ſprechen wird: ſeine Stimme wird die Frankreichs ſein.“
Und er verbeugte ſich ehrfurchtsvoll vor der Köni⸗ gin, grüßte den Grafen, und ging, eine letzte Hoffnung mit ſich tragend, ab.


