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Gilbert verbeugte ſich vor dieſer hohen Gunſt, welche ſo ſelten von der Königin, ſelbſt ihren Vertranteſten, ſeit ihrem Unglücke beſonders, bewilligt wurde.
Er führte ſie bis in ihr Schlafzimmer zurück.
Hier angelangt ſank Marie Antvinette in ein Fautenil.
Gilbert ließ ſich aufein Knie vor ihr nieder und ſprach:
„Madame, im Namen Ihres erhabenen Gemahls, im Namen Ihrer theuren Kinder, im Namen Ihrer eige⸗ nen Sicherheit beſchwöre ich Sie zum letzten Male: be⸗ dienen Sie ſich der Kräfte, die Sie um ſich her haben, nicht um zu kämpfen, ſondern um zu fliehen.“
„Mein Herr,“ erwiederte die Königin,„ſeit dem 14. Juli ſtrebe ich danach, den König ſeine Genug⸗ thuung nehmen zuſehen; der Augenblick iſt gekommen, wir glauben es wenigſtens: wir werden das Königthum retten, oder es unter den Trümmern der Tuilerien begraben.“
„Nichts kann Sie von dieſem unſeligen Entſchluſſe abbringen, Madame?“
„Nichts!“ antwortete die Königin.
Und zu gleicher Zeit reichte ſie Gilbert die Hand, halb um ihm zu bedeuten, er möge aufſtehen, halb um ſie ihm zum Kuſſe zu bieten.
Gilbert küßte ehrerbietig der Königin die Hand, ſtand auf und ſagte:
„Madame, wird mir Eure Majeſtät erlanben, ein paar Zeilen zu ſchreiben, die ich für ſo dringlich erachte, daß ich ſie nicht eine Minute verſchieben will?“
„Thun Sie das, mein Herr,“ antwortete die Köni⸗ gin auf einen Tiſch deutend.
Gilbert ſetzte ſich und ſchrieb folgende vier Zeilen:
Kommen Sie, mein Herr! Die Königin iſt in To⸗ desgefahr, beſtimmt ſie nicht ein Freund, zu fliehen, und ich glaube, daß Sie der einzige Freund ſind, der dieſen Einfluß auf ſie haben kann.“
Dann unterzeichnete er und ſetzie die Adreſſe darauf.


