Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : Vierte Abteilung, Die Gräfin von Charny : 17.-20. Bändchen (1853) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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um nicht minder mächtig iſt, ſagen:Sire, im Na⸗ meu des Volkes, im Ramen der Nation, im Namen der Nationalverſammlung ſind Sie mein Gefangener.

Im anſtoßenden Zimmer erſcholl ein Geräuſch der Billigung, begleitet oder vielmehr gefolgt von wüthen⸗ den Bravos.

Madame, Madame, flüſterte Herr von Choiſeul

der Königin ins Ohr,Sie werden nicht vergeſſen, daß Sie nich zurückgehalten haben, und daß Sie, ohne das Mitleid, das Sie mit dieſem Menſchen gehabt, eine ſolche Beleidigung nicht zu erdulden hätten.

Alles dies wird nichts ſein, wenn wir uns rächen, erwiederte leiſe die Königin.

Ja, verſetzte Herr von Choiſeul,aber wenn wir uns nicht rächen?

Die Königin gab einen dumpfen, ſchmerzlichen Seufzer von ſich. Doch die Hand von Charny ſtreckte ſich langſam über der Schulter von Herrn von Choiſeul aus und be⸗ rührte den Arm der Königin.

Marie Antoinette wandte ſich lebhaft um.

Laſſen Sie dieſen Mann ſprechen und machen,

flüſterte der Graf;ich nehme ihn auf mich. Ganz betänbt von dem neuen Schlage, den man ihm beigebracht, ſchaute der König mit Erſtaunen den finſtern Menſchen an, der im Namen der Rationalver⸗ ſammlung, der Nation und des Volks eine ſo energiſche Sprache gegen ihn führte, und mit dieſem Erſtaunen vermiſchte ſich eine gewiſſe Neugierde; denn es ſchien Ludwig-XVI., obgleich er ſich nicht erinnern konnte, wo er ihn geſehen, es ſei nicht das erſte Mal, daß er dieſen Menſchen ſehe. 6

Aber was wollen Sie denn von mir? reden Sie!

ſagte'r. Sire, ich will, daß weder Sie, noch die königliche Familie einen Schritt mehr gegen das Ausland machen.