Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : Vierte Abteilung, Die Gräfin von Charny : 17.-20. Bändchen (1853) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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Sie, was Ihnen begegnet ſei, und warum ſie ſo ver⸗ ſchwunden?

Dann fügte ſie leiſe deutſch bei:

Olivier, Sie haben uns ſehr gefehlt, mir beſonders.

Charny verbengte ſich und antwortete:

Ich glaubte, mein Bruder habe Eure Majeſtät von der Urſache unterrichten müſſen, welche mich für den Augenblick von ihr entfernt.

Ja, ich weiß, Sie verfolgten dieſen Menſchen, dieſen unglücklichen Dronet, und eine Zeit lang haben wir befürchtet, es ſei Ihnen bei dieſer Verfolgung Un⸗ glück widerfahren.

Es iſt mir in der That großes Unglück widerfah⸗

ren; trotz aller meiner Anſtrengungen konnte ich ihn

nicht zeitig genug erreichen! Ein zurückkehrender Poſtil⸗ lon ſagte ihme, der Wagen Eurer Majeſtät, von dem er glaubte, er folge der Straße nach Verdun, habe den Weg nach Varennes genommen. Da warf er ſich in den Wald von Argonne; ich that zwei Piſtolenſchüſſe auf ihn: die Piſtolen waren nicht geladen! Ich hatte mich in Sainte-Menehould im Pferde geirrt und das von Herrn Dandoins ſtatt des meinigen genommen. Was wollen Sie, Madame, ein Verhängniß! Nichts⸗ deſtoweniger habe ich ihn im Walde verfolgt, doch ich kannte die Wege nicht; er kannte ſie bis auf den gering⸗ ſten Fußpfad; dann nahm die Finſterniß jeden Augen⸗ blick zu; ſo lange ich ihn ſehen konnte, habe ich ihn mit dem Geſichte verfolgt, wie man einen Schatten verfolgt; ſo lange ich ihn hören konnte, habe ich ihn nach dem Geräuſche verfolgt; doch das Geräuſch erloſch, wie der Schatten verſchwunden war, und ich fand mich allein, verloren mitten im Walde, verirrt in der Finſterniß.. Oh! Madame, ich bin ein Mann, Sie kennen mich: in dieſem Augenblicke hier.. weine ich nicht! doch mitten in jenem Walde, in jener Finſterniß, habe ich Thränen des Zorns vergoſſen, habe ich Wuthſchreie ausgeſtoßen!