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„Holla! meine Herren!“ ſprach der König mit einer gewiſſen Würde, die bei ihm hervortrat, wenn er auf das Aeußerſte getrieben wurde,„ſteht es mirfnicht mehr frei, zu gehen, wohin es mir beliebt? Dann bin ich mehr Sklave als der letzte meiner Unterthanen!“
„Sire,“ erwiederte der Commandant der National⸗ garde,„Sie ſind immer der Herr, nur ſind alle Menſchen, König und einfache Bürger, durch ihren Eid verbunden; Sie haben den Eid geſchworen, gehorchen Sie zuerſt dem Geſetze, Sire. Sie geben dadurch nicht nur ein großes Beiſpiel, ſondern Sie erfüllen auch eine edle Pflicht.“
Mittlerweile fragte Herr von Choiſeul die Königin mit den Angen um Rath, und nachdem er auf die ſtum⸗ me Frage, die er gethan, eine bejahende Antwort erhal⸗ ten hatte, ging er ebenfalls hinab.
Der König begriff, daß er, wenn er ſich ohne Wi⸗ derſtand dieſer Rebellion einer Dorfmunicipalität, und aus ſeinem Geſichtspunkte war es eine Rebellion, unter⸗ zog, ſich als verloren betrachten mußte.
Ueberdies erkannte er eben dieſen revolutionären Geiſt. den Mirabeau in der Provinz hatte bekämpfen wollen, und den er ſchon vor ſeiner Perſon ſich in Paris erheben geſehen, am 14. Juli, am 5. und 6. October und am 18. April, wo der König, um einen Verſuch mit ſeiner Freiheit zu machen, nach Saint⸗Clond hatte fahren wollen und durch das Volk daran verhindert wor⸗ den war. B
„Meine Herren,“ ſagte er,„das iſt Gewaltthat, doch ich bin nicht ſo vereinzelt, als ich zu ſein ſcheine. Ich habe hier vor der Thüre vierzig getreue Leute und um Varennes zehntauſend Soldaten; ich befehle Ihnen alſo, Herr Commandant, die Pferde auf der Stelle an meinen Wagen ſpannen zu laſſen. Sie hören, ich be⸗
fehle es Ihnen, ich will es.“


