Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : Vierte Abteilung, Die Gräfin von Charny : 7.-10. Bändchen (1853) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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Ebene ging, wo ſich der Wald im Sommer wie ein grüner Vorhang, im Winter wie ein Trauerflor aus⸗ dehnt. Der Sämann trat zu Fuße ſeinen Sack Weizen gemiſcht mit Aſche auf der Schulter heraus; der Acker⸗ mann kam zu Pferde, um auf dem Felde den am Ende der Furche des vorhergehenden Tages ausgeſpannten Pflug zu holen; die Kuhhirtin führte ihre brüllende Herde, geleitet durch den Stier, den majeſtätiſchen Herrſcher ihrer Kühe und ihrer Kalben, unter denen die Lieblings⸗ kuh geht, die man an ihren ſonoren Glöckchen erkennt; hinter ihnen allen, auf einem kräftigen normaniſchen Wallachen, einem Paßgänger, reitend, kam Billot, der Herr, die Seele, das Leben dieſer ganzen Welt in Miniatur, dieſes Volkes in Abkürzung.

Ein nicht betheiligter Beobachter hätte in dieſem von einer düſteren Braue bedeckten und die Umgegend befragenden Auge, in dieſem auf alle Geräuſche auf⸗ merkſamen Ohr, in dieſem um den Pachthof beſchriebe⸗ nen Kreiſe, während deſſen Dauer ſein Blick wie ver eines Jägers, welcher eine Fährte aufnimmt und eine Einkreiſung zieht, nicht einen Moment den Boden ver⸗ ließ, ein gleichgültiger Zuſchauer, ſagen wir, hätte in Allem dem nur das Weſen eines Mannes geſehen, der ſich verſicherte, der Tag werde ſchön werden und in der Nacht ſeien die Wölfe nicht wegen ſeiner Schäfereien, die Wilbſchweine nicht wegen ſeiner Kartoffeln, die Ka⸗ ninchen nicht wegen ſeines Klees aus dem Walde, dem Aſyle, herausgekommen, in welchem ſie allein noch das fürſtliche Blei des Herzogs von Orleans und ſeiner Hüter erreichen konnte.

Doch für Einen, welcher gewußt hätte, was im Grunde der Seele des ehrlichen Pächters vorging, würde jeder ſeiner Schritte einen ernſteren Charakter angenom⸗ men haben.

Nach was er in der Dunkelheit ſchaute, war, ob