Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : Vierte Abteilung, Die Gräfin von Charny : 7.-10. Bändchen (1853) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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Tage nach dieſem Geſpräche Meiſter Gamain in Beglei⸗ tung eines Geſellen, Beide in Arbeitskleidern. am Thore der Tuilerien erſcheinen, nach ihrer Zulaſſung, welche keiner Schwierigkeit unterliegt, die königlichen Gemächer durch die Hausflur umgehen, die Treppe bis zum oberſten Stockwerke hinaufſteigen ſieht und, ſobald fie hier angelangt ſind, ihre Namen und ihren Stand dem Kammerdiener nennen hört.

Die Namen waren: Nicolaus Claude Gamain;

Und Louis Lecomte.

Der Stand war: für den erſten der eines Schloſſer⸗ meiſters;

Für den zweiten der eines Geſellen.

Obgleich in Allem dem nichts ſehr Ariſtokratiſches war, lief doch Ludwig XVI., ſobald er Namen und Stand gehört hatte, ſelbſt nach der Thüre und rief:

Herein!

Hier, hier! ſagte Gamain, der mit der Vertrau⸗ lichkeit nicht nur eines Hausgenoſſen, ſondern eines Mei⸗ ſters eintrat.

Mochte er nun weniger an den Verkehr mit Für⸗

ſten gewöhnt ſein oder hatte ihm vie Natur eine größere

Ehrfurcht für gekrönte Häupter verliehen, unter wel⸗ chem Coſtume ſie ſich ihm auch zeigten, oder unter welchem Coſtume er vor ihnen erſchien, der Geſelle blieb, ohne der Einladung zu folgen, und nachdem er einen ſchicklichen Zwiſchenraum zwiſchen die Erſcheinung von Meiſter Gamain und die ſeinige geſetzt hatte, mit ſei⸗ nem Wammſe auf dem Arm und ſeiner Mütze in der Hand bei der Thüre ſtehen, die der Kammerdiener wieder hinter ihnen ſchloß.

Vielleicht war er übrigens beſſer hier, als auf einer mit der von Gamain parallelen Linie, um den Blitz der Freude aufzufaſſen, der in dem trüben Auge von Lud⸗ wig XVI. glänzte, und um durch ein ehrerbietiges Zeichen mit dem Kopfe zu antworten.