Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : Vierte Abteilung, Die Gräfin von Charny : 7.-10. Bändchen (1853) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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Und in der That, gerade in dem Augenblick, wo es zwölf Uhr zu ſchlagen anfing, erſchien eiwas wie ein Schatten und ſchlüpfte durch die Eibenbäume und die Cypreſſen. Dieſer Schatten näherte ſich dem Gitter, und pald konnte man an dem Knirſchen eines Schlüſſels im Schloſſe wahrnehmen, daß das Geſpenſt nicht nur die Fähigkeit, ſein Grab zu verlaſſen, ſondern auch, wenn es einmal ſein Grab verlaſſen hatte, die, aus dem Kirch⸗ hofe herauszutreten, beſaß.

Bei dieſem Knirſchen wich der Militär zurück. Nun, Herr von Beauſire, ſagte vie ſpöttiſche Stimme von Caglioſtro,erkennen Sie mich nicht mehr oder haben Sie unſer Rendez⸗vous vergeſſen?

Ah! Sie ſind es, verſetzte Beauſire, athmend wie ein Menſch, deſſen Herz um eine große Laſt erleichtert iſt,gut! gut! Dieſe verteufelten Straßen ſind ſo finſter und öde, daß man nicht weiß, ob es beſſer iſt, hier einer lebenden Seele zu begegnen, oder allein zu gehen.

Ah bah! erwiederte Caglioſtro;Sie fürchten etwas, zu welcher Stunde des Tags oder der Nacht es

auch ſein mag? Ste werden mir das nicht glauben machen, ein Braver wie Sie, der mit dem Degen an der Flanke umhergeht! Kommen Sie übrigens auf dieſe

Seite des Gitters, mein lieber Herr von Beauſire, und Sie konnen ruhig ſein, denn Sie treffen Niemand als i

Beauſire entſprach der Einladung, und das Schloß,

das geknirſcht hatte, um die Thüre vor ihm zu öffnen,

knirſchte, um die Thüre hinter ihm zu ſchließen.

Nun, mein lieber Herr, ſagte Caglioſtro,folgen Sie dieſem Fußpfade, und zwanzig Schritte von hier wer⸗ den wir einen halb zertrümmerten Altar finden, auf deſſen Stufen wir trefflich von unſern kleinen Angelegenheiten plaudern können.

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