Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : Vierte Abteilung, Die Gräfin von Charny, 1. und 2. Bändchen (1852) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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Wir werden ſie vom Eingange des Pont au Change mitnehmen, entweder beim Ausſteigen aus ihrer Car⸗ roſſe, oder beim Ausſteigen aus ihrem Fiacre, je nach⸗ dem ſie ſechs tauſend Livres jährlich für einen Kut⸗ ſcher, ein Paar Pferde und einen Wagen aufzuwenden oder dreißig Sous täglich für einen einfachen numme⸗ rirten Wagen zu geben haben. Wir werden mit ihnen dem Pont au Change folgen, ſodann in die Rue de la Pelleterie eintreten und durch dieſe in die Rue de la Juiverie gehen, wo wir vor der dritten Thüre links ſtehen bleiben.

Wir wiſſen wohl, daß der Anblick dieſer Thüre, welche die Miethleute des Hauſes nicht einmal zu ber⸗ ſchließen ſich die Mühe geben, ſo ſehr glauben ſie ſich vor jedem nächtlichen Verſuche der Herren Diebe der Cité geſchützt, nicht beſonders anziehend iſt, aber, wie geſagt, wir brauchen die Leute, welche in den Man⸗ ſarden dieſes Hauſes wohnen, und da ſie uns nicht auf⸗ ſuchen würden, ſo müſſen wir, lieber Leſer oder geliebte Leſerin, muthig zu ihnen gehen.

Sichern Sie alſo ſo viel als möglich Ihren Tritt, um nicht in dem kleberigen Kothe auszugleiten, der den Boden des ſchmalen, ſchwarzen Ganges, in welchen wir eindringen, bedeckt; ſchließen wir unſere Kleider feſt an unſern Leib, damit ſie nicht an den Wänden der feuchten, ſchmierigen Treppe, die im Hintergrunde dieſes Ganges, wie die Stücke einer ſchlecht zuſammengefügten Schlange, aufwärts kriecht, anſtreifen; halten wir an unſere Naſe einen Eſſigflacon oder vor unſer Geſicht ein parfumirtes Taſchentuch, damit der ſchärfſte und ariſtokratiſchſte von unferen Sinnen, der Geruch, ſoviel als möglich der Be⸗ rührung dieſer mit Stickſtoff geſchwängerten Luft ent⸗ gehe, die mon zugleich durch den Mund, durch die Nafe und durch die Augen einathmet, und bleiben wir auf dem Ruheplatze ves dritten Stockes vor einer Thüre

Die Gräfin von Charny. M. 16