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Der Graf Louis zögerte einen Augenblick, er konnte an eine ſolche Gunſt nicht glauben.
Da aber die königliche Hand ausgeſtreckt blieb, ſo ſetzte er ein Knie auf die Erde und berührte mit ſeinen zitternden Lippen dieſe Hand.
Das war ein Fehler, den die Koͤnigin machte, und ſie machte viele dieſem ähnliche; ohne dieſe Gunſtbezei⸗ gung gehoͤrte Herr von Bouillé ihr, und durch dieſe Herrn von Bouillé vor Herrn von Lafayette, dem nle eine ſolche Gnade zu Theil geworden, bewilligte Gunſt ſtellte ſie ihre Demarcationslinie feſt und verletzte den Mann, aus welchem ſich einen Freund zu machen ſie am meiſten nöthig hatte.
Lafayette ſagte auch mit der Höflichkeit, von welcher nur einen Augenblick abzugehen der General unfähig war:
„Bei meiner Treue, mein lieber Vetter, ich habe Ihnen angeboten, Sie Ihrer Majeſtät vorzuſtellen, doch, wie mir ſcheint, war es eher an Ihnen, mich ihr vorzu⸗ ſtellen.“
Die Königin war ſo freudig, vaß ſie ſich einem von den Dienern gegenüber fand, von welchen ſie wußte, ſie könne auf dieſelben zählen, die Frau war ſo ſtolz auf den Eindruck, den ſie, wie ihr ſchien, auf den Grafen hervorgebracht hatte, daß ſie ſich, in ihrem Herzen einen von jenen Strahlen der Jugend, die ſie erloſchen glaubte, und rings um ſich die Lüfte des Frühlings und der Liebe, die ſie todt wähnte, fühlend, gegen den General umwandte und mit ihrem Lächeln von Trianon und Verſailles er⸗ wiederte: 5
„Herr General, der Graf Louis iſt kein ſtrenger“
Republicaner, wie Sie; er kommt von Metz und nicht von America; er kommt nicht nach Paris, um an der Conſtitutlon zu arbeiten; er kommt, um mir ſeine Hul⸗ vigungen darzubringen. Wundern Sie ſich alſo nicht, vaß ich, die arme, halb entthronte Konigin, ihm eine


