Der Chevalier von Harmental. 23
„Und von wem haben Sie alle dieſe Nachrichten?“
„Von Valef, welchem ſie die Herzogin von Maine mitgetheilt und der ſich ſogleich zum Prinzen von Cel⸗ lamare begeben hat. Ich habe ihn hierher beſtellt, und da ich zuvor beim Marquis von Pompadour war, ſo wundre ich mich ihn noch nicht hier zu finden.“
„Raovul! Ravul!“ rief plötzlich eine Stimme drau⸗ ßen auf der Treppe.
„Da iſt er!“ ſprach Harmental nach der Thür ei⸗ lend und ſie öffnend.
„Dank, ſchönen Dank!“ rief der Baron von Valef, „Sie kamen gerade zur rechten Zeit; ſchon wollte ich wieder fort, denn ich glaubte Brigaud habe ſich in der Adreſſe geirrt und es könne keine ehrliche Chriſtenſeele auf einem ſolchen Taubenſchlage wohnen.“
„Der Himmel gebe,“ ſiel Brigaud ein,„daß Sie, der Chevalier und ich in einigen Tagen nicht noch ſchlechter logirt werden!“
„Aha, Sie meinen in der Baſtille, Abbé! Ja ja, das iſt möglich! Die Baſtille iſt indeſſen doch immer eine königliche Wohnung und das erhöht ihren Werth; ein Edelmann kann dort wohnen ohne ſeinem Range etwas zu vergeben. Aber dieſes armſelige Dachſtübchen, ach


