16 Der Chevalier von Harmental.
„Zumal da ich für ſeine Perſon einſtehen muß,“ ſprach der Marſchall.
Da erhob der Hetzog von Orleans das Saupt mit ſtolzem verächtlichem Lächeln.„Mein Herr von Ville⸗ roh,“ ſprach er,„Sie ſcheinen ſich in der Perſon zu ir⸗ ren, welche Sie vor ſich haben. Da Sie alſo vergeſſen haben wer ich bin, ſo muß ich Sie wohl daran erinnern. „Marquis von Lafare,“ fuhr er darauf zu ſeinem an⸗ weſenden Garde⸗Lieutenant gewendet fort,„thun Sie Ihre Schuldigkeit!“
Jetzt erſt ſah der Marſchall von Villeroy ein wel⸗ chen Abgrund er ſich ſelbſt geöffnet hatte; er wollte eine Entſchuldigung ſtammeln, aber der Regent ließ ihm nicht die Zeit den angefangenen Satz zu vollenden, ſondern ſchlug ihm die Thür des Cabinets vor der Naſe zu. Noch bevor ſich der Marſchall von ſeinem Schrecken er⸗ holen konnte, näherte ſich ihm der Herr von Lafare und bat um ſeinen Degen.
Herr von Villeroh ſtand einen Augenblick wie nie⸗ dergedonnert da; er wollte ſprechen, aber ſeine Zunge verſagte ihm den Dienſt. Es erfolgte eine zweite Auf⸗ forderung, die in noch beſtimmterem Tone ausgeſprochen wurde, und nun reichte er ſeinen Degen dem Heyrn von Lafare.


