Teil eines Werkes 
4. Theil (1847)
Entstehung
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Der Chevalier von Harmental.

ken, ließ ſeinen Blick über das Gemach ſtreifen, um zu ſehen ob der Marſchall von Villeroh noch nicht ein⸗ getroffen ſei, und näherte ſich dann dem König.

Ludwig XV. war damals ein ſchönes Kind von neun bis zehn Jahren mit langen kaſtanienbraunen Locken, ſchwarzen glänzenden Augen, einem kleinen Munde und einem roſigen Teint, der aber wie der ſeiner Mutter Ma⸗ ria von Savohen oft einem plötzlichen Erblaſſen wich. Obgleich er noch ſehr unentſchloſſenen Charakters war, indem der Marſchall von Villeroh und Herr von Fröjus den gewaltigſten Einfluß auf ihn äußerten, ſo hatte doch ſeine jugendliche Phhſiognomie etwas Feuriges, was den Abkömmling Ludwig's XIV. bezeichnete. An⸗ fangs eingenommen gegen den Herzog von Orleans, welchen man ihm als den feindſeligſten Mann in ganz Frankreich zu ſchildern befliſſen geweſen war, hatte der junge Ludwig nach einigen Zuſammenkünften mit ihm dieſes Vorurtheil bald abgelegt und zuletzt vermöge des jugendlichen Inſtinetes, welcher faſt niemals trügt, in ihm einen wahren Freund erkannt.

Der Herzog von Orleans dagegen bezeigte dem König nicht nur die ihm gebührende Achtung ſondern auch die zuvorkommendſte Aufmerkſamkeit. Se. Majeſtät empfingen daher auch diesmal den Regenten mit dem