Der Chevalier von Harmental. 119
„Sind Sie zu einem kräftigen Schlage bereit, gnä⸗ digſter Herr?“ 3
„Allerdings, wir müſſen mit Villeroh beginnen.“
„Das heißt, man muß ſich ſeiner Perſon bemächtigen.“
„Gewiß, aber mit einer gewiſſen Vorſicht. Man muß ihn auf friſcher That ertappen.“
„Nichts leichter als das. Er begiebt ſich jeden Mor⸗ gen um acht Uhr zum König. Wenn Ew. königliche Hoheit ſich morgen um ſieben Uhr in Verſailles einfinden wollen...“
„Nun, und dann?“
„Dann kommen Sie ihm beim Könige zuvor.“
„Dort ſoll ich ihm im Angeſicht des Königs ſein Verbrechen vorhalten?“
„Oh nein, nein, gnädigſter Herr; Ew. Hoheit müßten dann 23
In dieſem Augenblick öffnete der Huiſſier die Thür des Cabinets.
„Still!“ gebot der Herzog und ſagte dann zum Huiſ⸗ ſier:„Was willſt Du?“
„Der Herzog von St. Simon!“
„Frage ihn, ob er mir etwas Wichtiges mitzutheilen habe.“
„Etwas höchſt Wichtiges wie er verſichert, gnädigſter Lerr,“ erwiderte der Huiſſier.


