26 Der Chevalier von Harmental.
Handſchrift Sr. Majeſtät Philipp des Fünften;
haben Sie die Gewogenheit Ew. Hoheit zu verſichern, daß es wirklich ſeine Handſchrift iſt.“
„Sie iſt es wirklich,“ verſicherte Cellamare, nach⸗
dem er das Papier unterſucht hatte.
„Und an wen iſt der Brief gerichtet?“ fragte die Herzogin das Blatt nehmend.
„An König Ludwig den Funfzehnten, gnädigſte Frau,“ antwortete Valef. „Vortrefflich!“ rief die Herzogin;„der Warſchall von Villeroh ſoll dem Könige das Schreiben übergeben. Hören wir wie es lautet.“ Und ſie las wie folgt, jedoch nicht ohne Schwierigkeit, da die Handſchrift ſehr undeut⸗ lich war:*) „Escurial, den 16. März 1718. Seitdem mich die Vorſehung auf den Thron Spa⸗ niens ſetzte, habe ich keinen Augenblick die Verpflichtun⸗ gen vergeſſen, welche mir meine Geburt auferlegt. Lud⸗ wig der Vierzehnte unſterblichen Andenkens ſchwebt
² Dieſer Brief, von Philipp's eigner Hand geſchrieben, befindet ſich wirklich im Beſitz des Miniſteriums der auswärtigen Angelegenheiten.
—


