Teil eines Werkes 
2. Theil (1847)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Der Chevalier von Harmental. 157

rothe Band, der Mantel auf dem Stuhle, die Piſtolen auf dem Nachttiſche, der Degen neben ſich und mehr noch er ſelbſt in der geſtrigen Kleidung, die er nicht ab⸗ gelegt hatte, aus Beſorgniß in der Nacht durch einen un⸗ angenehmen Beſuch geweckt zu werden, dies alles waren hinreichende Beweiſe, daß ihn kein leerer Traum getäuſcht habe.

Der Chevalier ſprang aus ſeinem Bette; ſein erſter Blick wat auf das Fenſter ſeiner Nachbarin gerichtet; es war bereits geöffnet und man ſah Bathilden in ihrem Zimmer hin- und hergehen. Dann blickte er in den Spiegel; ſein Geſicht war etwas bleicher als ſonſt, darum aber um ſo intereſſanter. Er zog ſich darauf zu⸗ rück um ſeine Toilette zu machen, und nachdem dies be⸗ werkſtelligt war, näherte er ſich wieder dem Fenſter und öffnete es.

Bathilde hatte ſich vielleicht auf ſeinen Anblick vorbereitet und ſich feſt vorgenommen, ſowie er ſich ihr zeige, ihr Fenſter mit einer Verbeugung zu ſchließen; kaum aber ſah ſie, daß ihr Nachbar ſein Fenſter öffnete, als ſie alles vergeſſend zu dem ihrigen eilte und ihm zu⸗ riefGott ſei Dank daß Sie da ſind! Ach, mein Herr, was haben Sie mir für Angſt verurſacht!

Dieſer Ruf war zehnmal ſo viel als Harmental