Der Chevalier von Harmental. 29
die Vermuthung des Chevaliers zur Gewißheit erhob, war der Umſtand, daß das Hündchen, welches eingeſchla⸗ fen geweſen war, durch das Oeffnen von Harmental's Fenſter plötzlich geweckt wurde und bellend emporſprang, um zu entdecken wer es in ſeiner Ruhe geſtört habe.
Da der Chevalier durch die Ausſagen des Herrn Bo⸗ nifaz wußte, daß dieſes Hündchen Mirza hieß, und da man, wenn man eine Feſtung erobern will, nichts vernachläſſigen darf, indem ein vertrautes Verhältniß mit jemandem innerhalb derſelben oft weit wirſamer iſt als die furchtbarſten Kriegsmaſchinen, ſo beſchloß er ſich zu⸗ nächſt mit dem Hündchen in Verbindung zu ſetzen und rief mit der ſanfteſten, einſchmeichelndſten Stimme: „Wis Wirzc
Die niedliche Mirza, welche ſich wieder gemächlich auf das Fenſterkiſſen gelagert hatte, fuhr bei dieſem Rufe ſtaunend auf; und in der That mußte es dem Thierchen auffallen, daß ein wildfremder Mann es ſo ungenirt bei ſeinem Taufnamen rief. Daher blickte es den Rufer unruhig und knurrend an.
Harmental erinnerte ſich, wie der Marquis von Krelles dadurch, daß er das Lieblingshündchen der Demviſelle Chavin mit gebratenen Kaninchenköpfen fütterte, den Marſchallsſtab erlangt hatte, und er zweifelte


