Teil eines Werkes 
2. Theil (1847)
Entstehung
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Der Chevalier von Harmental.

in ſeinem Buſen lebten. Harmental war überzeugt, daß zwiſchen den beiden ihm gegenüberwohnenden Per⸗ ſonen kein Liebesverhältniß ſtattfinde und auch kein Eigen⸗ nutz im Spiele ſei, da ihre Lage, wenn auch nicht gerade Armuth, doch große Beſchränktheit der Vermögensumſtände beurkundete.

Der Chevalier hielt daher den Gedanken feſt, daß vie reizende Bathilde weder die Gattin noch die Toch⸗ ter dieſes gemein ausſehenden Nachbars ſein könne, deſſen proſaiſche Erſcheinung jedesmal die in ſeinem Herzen auf⸗ keimende Liebe unterdrückt hatte. Es ruhte alſo auf ih⸗ rer Geburt ein Geheimniß; ſie war nicht was ſie zu ſein ſchien. Und ſo erklärte ſich ihm alles. Dieſe edle Schön⸗ heit, dieſe zauberiſche Anmuth, dieſe vollendete Erziehung hörten auf für ihn ein Räthſel zu ſein; Bathilde war ſicherlich weit über die Stellung erhaben, welche ſie in dieſem Augenblicke einzunehmen genöthigt ſein mochte; es hatte im Schickſal dieſes jungen Mädchens eine jener Umwälzungen ſtattgefunden, wodurch die Verhältniſſe der Menſchen wie die Städte durch Erdbeben über den Hau⸗ fen geworfen werden. Es mußte ſich in ihrem Leben etwas zugetragen haben, was ſie gezwungen hatte zu der niedrigen Sphäre hinabzuſteigen, in welcher ſie jetzt vegetirte.